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Wie läuft das ab?

Der Prozess von Playing Arts,  in eine kurze Reihenfolge gebracht.

1.         Es beginnt mit vorbereiteten  Impulsen aus Kunst und Kultur, als räumliches Erfahrungsfeld inszeniert. Man geht herum und wird aufgefordert wahrzunehmen und seine Resonanzen zu registrieren. Worauf springe ich an? Man macht sich darüber Notizen und tauscht sich mit den anderen darüber aus.

Ein Beispiel für eine individuelle Umsetzung: Ich habe ein Bild gesehen, von einem Mann der den Kopf in die Wand steckt. Das hat mich bewegt. Ich weiß gar nicht warum.

2.         Daraus entsteht die Frage:  Was ist meine Spur? Was ist mein Thema? Was ist meine Gestaltungsweise? Der Begriff der Spur verweist darauf, dass man noch nicht wissen muss, was am Ende dabei herauskommt. Man wird aufgefordert, sich durch eigene Gestaltungsexperimente an erste Antworten heranzutasten. Man erhält dazu Materialien und Möglichkeiten.

Das Beispiel: Mein Thema lautet: Sich verstecken und entdecken lassen. Ich verstecke mich probeweise hinter einem Tisch, unter einem Stuhl, hinter einem Vorhang.

3.         Der eigenen Spur (Gestaltungsidee) zu folgen heißt nun, gestalterische Handlungen zu entwickeln, wie man selbst sein Thema erforschen und realisieren will. Das geht nicht im Kopf, sondern indem man konkret etwas Gestalterisches tut, also produziert. Man macht erste konkrete Versuche. Dazu gibt es Arbeitsraum und auch ein Materialienangebot. Was man braucht und nicht findet, muss man sich besorgen. Es wird klargestellt: es gibt keine Beschränkung auf bestimmte „Sparten“ der Gestaltung (Malerei, Skulptur, Film, Performance, Literatur, Tanz, …). Das persönliche Thema und die persönliche Gestaltungsidee gelten. Es gibt keine Vorschriften zu Gestaltungsweisen und Geschmackskriterien. Es gibt keine Bewertungen und erst recht keine Abwertungen. Es gilt die Freiheit des persönlichen Gestaltungs-Spiels.

Das Beispiel: Ich suche mögliche Verstecke. Ich verstecke mich dort so, dass immer nur ein ganz kleines Zeichen noch auf mich hinweist. Davon werden Fotos gemacht.

4.         Resonanz bekommen und geben. Man stellt anderen Mitspielenden die eigenen Experimente vor. Man erhält Rückmeldungen und Vorschläge zur Weiterarbeit (auf der Basis grundsätzlicher Wertschätzung, aber durchaus auch befragend und hinterfragend). Man gibt selbst auch anderen Resonanz.

Das Beispiel: Mir wurde vorgeschlagen, doch ganz zu verschwinden. Das macht Angst und Lust. Wie sieht eine Aktion aus, in der ich das Verschwinden wage? Wie wird Verschwinden sichtbar?

5.         Neue Gestaltungsversuche: aus solchen Rückmeldungen und Reflexionen können neue Gestaltungsexperimente folgen. PA betont den Prozess und strebt nicht zwingend nur nach einem Produkt. Aber Ergebnisse und Produkte werden immer wieder gezeigt, präsentiert, ins Spiel gebracht. Die MitspielerInnen oder andere werden gebeten, zu den vorgestellten Ergebnissen Resonanz zu geben.

… Und dann geht es weiter bis ein neues Spiel beginnt.

Das Beispiel: Ich habe mir Verstecke ausgedacht, in denen ich verschwinde. Das Verschwinden ist nur noch als Rauchspur sichtbar. Die Spuren des Verschwindens in den imaginierte Verstecken habe ich mit Kerzenruß auf weißen Karton gezeichnet. Die Zeichnungen habe ich ausgestellt, für andere sehbargemacht. Die erzählen mir, was sie in meinen Versuchen sehen und was sie wie berührt.

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