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Was ist mit RESONANZ gemeint?

Eine typische Playing Arts Strategie das Eigene klären zu helfen, ist die ästhetische Resonanz, einen Antwort auf die Ideen, Versuche, Gestaltungen des Spielenden zu geben. MentorInnen oder anderen Beteiligte sagen auf Bitte um Resonanz, was sie sehen, was sie daran bewegt, was in ihnen anklingt. Sie geben ihre Resonanz aber stets als Angebot und nicht als Bewertung. Die Resonanz, die Rückmeldung der anderen auf das Handeln einer Person ist so wichtig, weil sie ihr ermöglicht sich und ihre Arbeit darin selbst zu sehen, zu erkennen. Deshalb sind selbsttätige Bildungsprozesse angewiesen auf die (Rück-)Antworten von anderen. Bildung geschieht nie allein, isoliert-individuell, sondern immer in Bezug auf und im Zusammenhang mit Anderen. Rückmeldungen sind das Angebot eines Spiegels, in dem man sich (aber auch den Antwortenden) detaillierter und anders erkennen kann. So entsteht die Möglichkeit, sich seiner selbst und der eigenen Gestaltungstätigkeit bewusster zu werden. Mit mehr Bewusstsein für das eigene Projekt (und damit oft auch für die eigene Person) wachsen auch die Möglichkeiten, eigene Entscheidungen zu fällen und Alternativen entwickeln zu können. Resonanzen müssen nicht einfach angenommen werden, sondern sie können Ausgangsmaterial von Projekt-, Prozess- Produkt- und Selbsteinschätzung sein.

In Playing Arts Prozessen wird diese Art von Rückmeldung oft sprachlich gegeben, aber auch in ästhetische Gestalten gefasst. Man antwortet dann auf die anderen nicht mit klassischen Feedback-Sätzen, sondern durch eine selbstgestaltete ästhetische Antwort, einer Bewegung, einem Ton oder Gesang, einer performativen Geste, einer Miniskulptur, einem Tanz,.... Damit wird die Reziprozität dieses Spiegelungsprozesses deutlich. Jeder der Beteiligten sagt mit der Reaktion auf den anderen auch viel über sich und sagt sich dieses auch selbst. Eine ästhetische Antwort ist häufig komplexer als eine rein verbale Reaktion. Sie eröffnet auch dem Feedback-Gebenden Selbsterkenntnismöglichkeit und schafft dem Gegenüber Freiheit, sich eigenständig die differenzierte Rückmeldung anzueignen. Ästhetische Resonanzen fassen das Eigene zusammen, erweitern es aber auch im Zusammenspiel mit dem anderen und ermöglichen so neue Bewegungen. Sie bewerten nicht und qualifizieren nicht ab, sondern ermutigen, sich selber zu reflektieren und weiter zu entwickeln.
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