alle Fotos © Olympia

Ist Playing Arts ein Netzwerk?

Ja, auch. Die Idee sich mit seinen gestalterischen Projekten in Kontakt mit anderen zu setzen ist ein zentrales Charakteristikum von Playing Arts.

Da Playing Arts dem Prinzip der Selbstbestimmung folgt, gibt es entsprechend sehr unterschiedliche Projekte und Arbeitsweisen von Individuen und Gruppen. Dieser Kontakt der Unterschiedlichen Menschen und Projekte kann man als „Assoziation der Differenten“, als Plattform der Unterschiede bezeichnen.

Neben der großen Breite der bearbeiteten Themen werden vielerlei Arbeitsweisen verwendet, wie z. B. elektronische Medien (Video, Digitalfotografie, Internet), Malerei, Skulptur, Performance, Literatur, Theater, Tanz, Collage, soziale Aktionen, Textilkunst usw. Zusätzlich arbeiten die Personen und Gruppen unter unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlicher Intensität. Letztendlich sind die Arbeiten nur schwer zu vergleichen und zeichnen sich durch eine hohe Individualität aus. Es entsteht das Problem, wenn eine hohe „Individualisierung“ und Pluralisierung zugelassen wird, dass dann der unterstützende Bezug aufeinander schwieriger wird. Was ist dann noch eine gemeinsame Plattform der Differenten, wie können sie sich assoziieren? Eine Assoziation hat Vorteile: Man schafft sich Foren für gegenseitige Präsentation und Anerkennung, man schafft eine Plattform geteilter Erfahrungen und gemeinsam weiterentwickelter Grundkategorien, man verschafft sich im Vergleich zu den anderen Anreiz und Unterstützung für Weiterentwicklung und eigenen und gemeinsamen Projekte, man schafft sich einen organisatorischen Rahmen, der auch gegenüber Förderern und anderen Organisationen als wiedererkennbarer auftreten kann, man schafft in aller Offenheit doch ein Profil, das von außen erkannt werden kann und das Möglichkeiten gibt, in Kontakt zu treten. Playing Arts nutzt für diesen Zweck durchaus klassische Formen, die auch andere Verbände und Assoziationen seit langem benutzen. Das sind z. B. gemeinsame Arbeitstreffen, Symposien, ein Newsletter, Bücher und Aufsätze, in denen die eigenen Positionen beschrieben werden, CDs, die Projekte präsentieren, eine Website und Diskussionsforen, öffentliche Ausstellung und Präsentationen von Ergebnissen.

 

Diese Veranstaltungen zielen jedoch nicht darauf, eine Einheitsidentität herzustellen. Sie dienen dazu, dass die Differenten gemeinsam in einen Diskurs eintreten, der nicht darin enden darf, dass Gemeinsamkeiten zu eng gefasst werden und deshalb zu Ausgrenzungen führen. Andererseits soll der Diskurs doch ein Profil schärfen und Beteiligte herausfordern, in das gemeinsame Feld einzutreten und sich zu positionieren. So gehen alle Playing Arts Arbeitstreffen und Tagungen immer wieder davon aus, dass Personen und Gruppen ihre Arbeitsergebnisse (oder den Stand ihres Prozesses) den anderen präsentieren und diese darauf antworten. Immer wird das Einzelne in seiner Differenz hervorgehoben und anerkannt. Die Gemeinsamkeit entsteht vor allen Dingen durch den diskursiven Bezug aufeinander, durch ein zu gegenseitiges Zumuten und Zulassen einer unterstützenden, aber auch klärenden und herausfordernden Debatte.

[zurück auf Bild oder FAQ klicken]