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Was hat Playing Arts mit Bildung zu tun?

Playing Arts versteht sich als ästhetische Bildung  und zielt auf die Erfahrung von Selbstentfaltung der ästhetischen Gestaltungs- und Ausdruckspotenziale der Person in einem sozialen Zusammenhang von anderen Mittuenden. Es geht Playing Arts um das selbstbestimmte Suchen und Aufnehmen der eigenen ästhetisch gestalterischen (Lebens-) Spur in Wechselbeziehung mit anderen Menschen – und das ohne direktive (pädagogisierende) Anleitungen. Playing Arts erzeugt ein soziales Setting, einen Frei-Raum, in dem selbstbestimmte Erfahrungen möglich werden, ohne dass diese curricularisiert und didaktisiert angeleitet würden.

In diesem Sinne versteht sich Playing Arts als (Selbst-)Bildung. Dabei beziehen wir uns auf Bildungsansätze, wie sie besonders für die Jugendarbeit formuliert wurden.(vergl. Scherr 2002, Sturzenhecker 2002, 2003) Darin wird Bildung verstanden als eine selbsttätige Aneignung von Welt und eigener Subjektivität in ihrem Zusammenhang. Das auch im Unterschied zur Erziehung, die besonders die Aufgabe hat, Normen, Werte und Handlungsmuster der Gesellschaft an Kinder und Jugendliche zu vermitteln, um ihnen ein zukünftiges „erfolgreiches“ Erwachsenenleben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Solche erzieherischen und qualifizierenden Aufgaben sind besonders Schule und anderen erzieherischen Institutionen zugewiesen, sie sind unumgehbar, denn  „Menschenkinder“ müssen lernen, in welcher Gesellschaft sie leben, müssen deren Regeln kennen und Kompetenzen beherrschen. In dem Wissen jedoch, dass man in einer komplexen modernen Gesellschaft nicht einfach alle relevanten Haltungen und Handlungsmuster „von oben“ (z.B. in der Schule) vermitteln kann, sondern Menschen in der Lage sein müssen, selbstbestimmt und mitverantwortlich zu handeln, braucht es auch Erfahrungsräume, die mitverantwortliche selbstbestimmung üben lassen. Denn diese grundsätzlichen haltung und Praxis der Selbstbildung kann man nicht pädagogisch angeleitet vermitteln, ohne in das Paradox zu geraten, Selbstbestimmung unter den Bedingungen von Fremdbestimmungen erzeugen zu wollen. Deshalb eröffnet Playing Arts ein Erfahrungsfeld, in dem es nicht um direkte Qualifizierung, Ausbildung, Training, Erziehung usw. geht, sondern es wird  (ein gestalterisch-ästhetisches) Autonomiepotenzial von Kinder und Jugendlichen, Erwachsenen und Älteren unterstellt, das ihre eigenen Interessen und Entwicklungen ins Zentrum rückt. Aufgabe ist es dann, Rahmenbedingungen für dieses Feld zu erzeugen und den individuellen und gemeinschaftlichen Bildungsprozessen zu assistieren.

 

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